Sicherheit, Neutralität und Resilienz – Gespräch mit Bundesrat Martin Pfister

Am 10. März 2026 lud die Schweizerische Public Affairs Gesellschaft SPAG zum Frühlings-Sessionsanlass ins Hotel Bellevue Palace in Bern ein. Im Zentrum stand die Frage: Was braucht es, damit die Schweiz verteidigungsfähig, resilient und souverän bleibt? Zu Gast war Bundesrat Martin Pfister, Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS). 

Im ausführlichen Gespräch mit Bundesrat Pfister, das Bundeshausredaktor Rafael von Matt führte, zeigte sich, wie vielschichtig die sicherheitspolitischen Herausforderungen für die Schweiz geworden sind. Sicherheit sei ein hohes Gut – zugleich stehe das Land heute vor neuen Bedrohungsformen. Während eine Grundabdeckung der Verteidigung vorhanden sei, müsse im Bereich der bodengestützten Luftverteidigung gegen Drohnen und Raketen sowie bei Formen hybrider Kriegsführung nachgerüstet werden. 

Ein weiteres Thema war die besondere geopolitische Position der Schweiz. Als Land, das die bewaffnete Neutralität lebt, gehört sie keinem sicherheitspolitischen Block an – eine Situation, die teilweise dazu führt, dass die Schweiz in internationale Kooperationen und Diskussionen nicht immer vollständig oder gar nicht integriert wird. 

Bundesrat Pfister betonte, dass die Neutralität der Schweiz weiterhin eine tragfähige Grundlage darstelle. Sie eröffne Handlungsspielräume und sei ein wichtiger Bestandteil der Schweizer Aussen- und Sicherheitspolitik. Gleichzeitig müsse sie immer wieder im Licht neuer geopolitischer Realitäten reflektiert und weiterentwickelt werden. Die Neutralitätspolitik sei kein statisches Konzept, sondern müsse sich an veränderte Rahmenbedingungen anpassen. 

Deutlich wurde auch: Sicherheit hat ihren Preis. In der direkten Demokratie der Schweiz entscheidet letztlich die Bevölkerung mit darüber, welche Mittel für die Sicherheitspolitik eingesetzt werden und wie diese finanziert werden sollen. Bundesrat Pfister rief dazu auf, sich aktiv an der demokratischen Meinungsbildung zu beteiligen, er erinnerte daran, dass das Parlament nun bei den aktuellen finanz- und rüstungspolitischen Fragen in der Pflicht stehe. Eine lebendige, partizipative Demokratie sei ein zentraler Bestandteil der Resilienz des Landes.

Im Anschluss an das Gespräch folgte eine Podiumsdiskussion mit Ständerätin Petra Gössi (FDP SZ),  Nationalrätin Nicole Barandun (Mitte (ZH) und Nationalrat Gerhard Andrey (Grüne (FR). Die Diskussion war facettenreich und differenziert und zeigte, wie komplex und wie gross die Herausforderung ist, im Bundeshaus einen Weg vorwärts zu finden. Bundesrat Pfister zeigte sich dabei nahbar und dialogbereit.

Der Anlass machte deutlich, wie zentral das Thema Sicherheit für die politische Debatte der kommenden Jahre sein wird – und wie wichtig der offene Dialog zwischen Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Öffentlichkeit bleibt. 

SPAG Sessionsanlass 10.3.2026 - Bettina Mutter
SPAG Sessionsanlass 10.3.2026 - Rafael von Matt und BR Martin Pfister
SPAG Sessionsanlass 10.3.2026
SPAG Sessionsanlass 10.3.2026 - Podium
SPAG Sessionsanlass 10.3.2026 - Rafael von Matt und Nicole Barandun